MVPtreff. · Hitzefrei 2026 · Copilot Studio: Mein erster Agent

Mein erster Agent baut sich, während ich schwitze

Kein Meeting, kein Maker-Portal-Geklicke: nur ein Skript, ein Nachmittag und ein Agent, der sich fast von selbst zusammenbaut.

Ein Hitzefrei-Beitrag zur Kategorie „Copilot Studio: Mein erster Agent“

Hitzefrei-Grad: 🔥🔥🔥 37° 🌶️ heiß.Kategorie: heimliche Sommerloch-Basteleien.

Zutaten: eine Idee, die seit Wochen in meiner Notizen-App verstaubt, ein Nachmittag ohne Meetings, und die Regel, die ich mir für dieses Projekt selbst auferlegt habe: Ich klicke nichts an, was ich auch tippen kann.

Denn genau das ist der Sommerloch-Twist bei mir: Während andere Postfach-Chaos wegatmen oder Azure-Dashboards anstarren, habe ich mir vorgenommen, meinen ersten Agent nicht mühsam im Maker-Portal zusammenzuklicken, sondern ein Setup zu bauen, das die ganze Code-App fast automatisch aus dem Nichts hochzieht. Command rein, Kaffee holen, App fertig.

Die Regel für diesen Nachmittag

Ich klicke nichts an, was ich auch tippen kann.

Der Ausgangspunkt: eine Regel, kein Konzept

Ich wollte keinen Architektur-Vortrag über Power Apps Code Apps schreiben. Ich wollte einfach ausprobieren, wie weit man das Setup einer neuen App wegautomatisieren kann, wenn man es ernst meint. Also: ein Terminal auf, ein Scaffolding-Skript geschrieben, das im Kern folgendes erledigt, ohne dass ich zwischendurch etwas anklicke:

  • pac code init mit vordefinierten Parametern für Name, Datenquelle und Zielumgebung startet
  • ein Grundgerüst aus Screens, State und Beispieldaten generiert, damit man sofort etwas Klickbares hat, bevor die echte Datenquelle steht
  • die Verbindung zu Dataverse und dem Tenant über pac code push herstellt, sobald die lokale Version steht
  • und am Ende automatisch einen kleinen Testlauf startet, damit ich sofort sehe, ob die App überhaupt hochkommt

Am Ende dieses Nachmittags stand nicht nur ein funktionierendes Setup, sondern gleich eine kleine Demo-App dazu, weil ich testen wollte, ob das Ganze auch mit echtem Inhalt funktioniert statt nur mit Platzhaltertext.

Code-Editor mit automatisch generiertem TypeScript-Grundgerüst für die Leaderboard-Mockdaten der Code App

Der Bot, der mir beim Agent-Bauen zusieht

Als Testobjekt habe ich mir etwas leicht Absurdes vorgenommen: einen Mini-Guide-Bot, der Schritt für Schritt erklärt, wie man selbst einen ersten Agent in Copilot Studio baut. Als Code App verpackt, mit ein bisschen Fortschrittsanzeige, weil ich sowieso gerade dabei war, das Grundgerüst zu testen.

Das Ergebnis meines Sommerloch-Nachmittags: Startbildschirm und Dashboard, komplett aus dem automatisierten Setup entstanden.

Was mich selbst überrascht hat: Der Bot bringt einem tatsächlich das Kernprinzip von Agents bei, ohne dass ich das explizit ausformulieren musste. Einfach weil ich die Struktur Ziel, Auslöser, Aktion, Ergebnis als wiederkehrendes Muster in die generierten Inhalte gegossen habe. Kleiner Nebeneffekt eines Nachmittagsexperiments.

Startbildschirm der Code App "My Agent Buddy" mit Bot-Maskottchen Patch und Einstiegs-Button "Los geht's!"
Das Ergebnis meines Sommerloch-Nachmittags: Startbildschirm und Dashboard, komplett aus dem automatisierten Setup entstanden.
Dashboard der Code App mit Levelanzeige, Tagesquest "Build your first Agent" und nächsten Missionen wie OneNote Alchemist und Trigger Hunter

Wo er kläglich scheitert

Ehrlichkeit gehört zum Hitzefrei-Prinzip dazu, also hier die Bugliste, nicht nur die Erfolgsmeldung:

Bugliste, nicht nur Erfolgsmeldung
  • Sobald ich die Reihenfolge der Setup-Schritte in meinem Skript vertausche, baut sich die App zwar, spricht aber danach nicht mehr mit der Datenquelle. Stundenlanges Debugging eines simplen Reihenfolgefehlers
  • Der Bot selbst hält sich stur an sein Skript und erklärt auch beim zehnten Mal denselben ersten Schritt, wenn man ihn nach etwas komplett anderem fragt
  • Und nein, er kann kein Bier holen. Auch nicht, wenn man ihn sehr freundlich fragt.

Warum das mehr ist als ein Spielzeug-Setup

Der eigentliche Lerneffekt für mich war nicht der Bot, sondern das Setup drumherum: Wenn das Aufsetzen einer neuen Code App fast komplett skriptbar ist, sinkt die Hemmschwelle enorm, mal eben etwas auszuprobieren. Genau die Art von Basteln, für die im Alltag sonst nie Zeit ist, aber die im Sommerloch plötzlich passt. Und ein Bot, der beim Erklären selbst als lebendes Beispiel für Trigger, Reasoning und Aktion dient, ist am Ende ehrlicher als jede Folie darüber.

Skripten oder klicken?

Würdet ihr euer nächstes Setup auch komplett per Skript aus dem Terminal hochziehen, oder bleibt ihr lieber beim Klicken im Maker-Portal? Weitere Sommerimpulse gibt es in der Hitzefrei-Sammlung.