Kennzeichnung KI-erzeugter und veränderter Inhalte
Was Artikel 50 der KI-Verordnung verlangt – und welche Möglichkeiten Microsoft 365 Copilot für Wasserzeichen und Metadaten bietet.
Transparenz wird zur Pflicht.
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Nutzerinnen und Nutzer sollen erkennen können, wann sie mit einem KI-System interagieren oder wann Inhalte durch KI erzeugt beziehungsweise wesentlich verändert wurden. Relevant sind insbesondere Chatbots, KI-generierte Texte, Bilder, Audio- und Videoinhalte sowie Deepfakes.
Die vier zentralen Transparenzpflichten
KI muss sich zu erkennen geben
Bei Chatbots und vergleichbaren Systemen muss deutlich werden, dass die Kommunikation mit einer KI erfolgt – sofern dies nicht ohnehin offensichtlich ist.
Technische Kennzeichnung
Anbieter generativer KI-Systeme müssen erzeugte oder manipulierte Inhalte in einem maschinenlesbaren Format erkennbar machen.
Biometrie offenlegen
Beim Einsatz von Emotionserkennung oder biometrischer Kategorisierung müssen betroffene Personen informiert werden.
Deepfakes sichtbar markieren
Bestimmte künstlich erzeugte oder manipulierte Bild-, Audio-, Video- und Textinhalte müssen zusätzlich für Menschen sichtbar gekennzeichnet werden.
Muss ich diesen Inhalt kennzeichnen?
Die konkrete Bewertung hängt vom Inhalt, seinem Einsatzzweck und der Rolle der Organisation ab. Diese fünf Fragen helfen bei der ersten Einordnung:
Interagiert ein Mensch direkt mit einer KI?
- Chatbot
- KI-Assistent
- Sprachassistent
- KI-Avatar
Wurden Bild, Video oder Audio mit KI erzeugt oder verändert?
- Bildgenerator eingesetzt
- Person künstlich erzeugt
- Video generiert
- Stimme synthetisiert
Könnte der Inhalt für authentisch gehalten werden?
- Realistisch wirkendes Motiv
- Realistisch wirkende Aufnahme
- Fiktive Person erscheint echt
- Fiktives Ereignis erscheint echt
Wird ein KI-generierter Text veröffentlicht?
- Blogartikel
- Pressemitteilung
- Nachrichtenbeitrag
- Öffentlich relevantes Thema
Werden Emotionen oder biometrische Kategorien analysiert?
- Emotionserkennung
- Stimmungsanalyse
- Biometrische Kategorisierung
- Rückschlüsse auf Personen
Praktische Standard-Kennzeichnungen
„Dieser Inhalt wurde mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt bzw. bearbeitet.“
„KI-generierter bzw. KI-bearbeiteter Inhalt.“
„Sie interagieren mit einem KI-System.“
Drei Wege zur sichtbaren Markierung
Manuell platzieren
In einem Bearbeitungsprogramm wie Clipchamp lässt sich der Transparenzhinweis frei gestalten und gezielt positionieren.
Per KI einfügen
Copilot kann per Prompt ein Wasserzeichen einbauen. Ein einheitliches Referenzbild oder Icon hilft bei konsistenten Ergebnissen.
Automatisch setzen
Microsoft 365 kann Wasserzeichen bei unterstützten Erstellungsfunktionen automatisch ergänzen. Der genaue Funktionsumfang hängt vom Dienst ab.
Include a watermark when content from Microsoft 365 is generated or altered by AI
Einstellung im Microsoft-Konto
Die persönliche Einstellung ist unter My Account → Settings & Privacy → Privacy erreichbar.

Was Microsoft automatisch kennzeichnet
| Video | Der Hinweis „AI Generated“ wird unten rechts als Wasserzeichen eingeblendet. |
|---|---|
| Bild | Das Copilot-Symbol wird unten rechts auf dem Bild platziert. |
Metadaten und C2PA
Zusätzlich zur sichtbaren Markierung können Herkunftsinformationen in den Metadaten gespeichert werden. C2PA entwickelt hierfür einen offenen technischen Standard, mit dem Entstehung und Bearbeitung digitaler Inhalte nachvollziehbarer werden sollen.